Warum sollten Sie zur Inspektion?

 

 

Wer seinen Anhänger längere Zeit nicht bewegt hat, sollte ihn genau überprüfen lassen. Im Zweifelsfall denken Sie bitte daran, das Ihr Pferd hinten im Anhänger mitfährt. Nutzen Sie daher  unsere Erfahrungen für die sichere Fahrt mit Ihrem Anhänger.

 

Wenn Ihr Anhänger eine längere Zeit, gerade in den Wintermonaten, gestanden hat, haben die Frostperioden ihre Spuren hinterlassen. Wenn Sie in den Wintermonaten mit Ihrem Anhänger unterwegs sind und waren, sollten Sie den  Anhänger Innen und Außen regelmäßig  mit klarem Wasser reinigen und abspülen.

 

Mit einer Frühjahrs-Inspektion sind Sie auf der sicheren Seite. Hierbei werden nicht nur die Verschleißteile, wie Bremsen, Radlager und Reifen, sondern auch die Beleuchtung, Zugkugelkopf, sowie der Aufbau und sehr wichtig der Anhängerboden überprüft.

 

Kleinere versteckte Beschädigungen können hierbei, wenn Sie nicht rechtzeitig entdeckt und repariert werden, größere Reparaturen und Kosten zur Folge haben.

 

Bremsanlage

 

Die Bremsen in Verbindung mit der Auflaufeinrichtung und dem Auflaufdämpfer erfordern eine besondere Aufmerksamkeit. Durch Standzeiten kann Schwitzwasser in die Bremsanlage eindringen und festsetzen. Die Bremsanlage ist in der Regel nicht selbst nachstellend und muss regelmäßig in einer Fachwerkstatt nachgestellt werden. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 5.000 bis 10.000km ist mindestens eine Justierung pro Jahr empfehlenswert.

Der beste Zeitpunkt für die Inspektion ist im Frühjahr - für eine sichere Fahrt durch den Sommer.

 

Defekte Bremsanlage

 

 

 

 

 

Bremsbeläge haben sich durch beschädigte Bremsseilzüge gelöst

 

 

Hydraulische Bremsanlage

 

Sollte ihr Anhänger mit einer hydraulischen Bremsanlage ausgestattet sein, sollte regelmäßig der Stand der Bremsflüssigkeit kontrolliert werden und alle zwei Jahre die Bremsflüssigkeit gewechselt werden, da diese Wasser zieht. Bei überalterter Bremsflüssigkeit lässt die Bremswirkung nach und der Bremsweg verlängert sich erheblich.

 

 

 

Die Führungslager der Auflaufeinrichtung sind regelmäßig zu schmieren und auf Spiel zu prüfen. Ebenso sollte das Radlagerspiel an den Achsen bei der Inspektion überprüft werden. Es reicht hierbei nicht aus im Stand an den Rädern zu wackeln - der Anhänger muss dazu aufgebockt sein. Dabei prüft man gleichzeitig die Radlager auf Laufgeräusche

 

 

 

Das Bild zeigt einen durch ein defektes Radlager zerstörten Achsstummel

 

 

 

 

 

Zugkugelkupplung

 

Das Kupplungsmaul unterliegt wie der Zugkugelkopf der Anhängerkupplung dem Verschleiß, da hier Metall auf Metall arbeitet. Daher sollte das Kupplungsmaul ebenfalls vor jeder Fahrt geschmiert werden - mit einer Ausnahme - Sie haben eine Antischlingerkupplung an ihrem Anhänger montiert. Diese darf keinesfalls geschmiert werden, da das Fett die Wirkung der Antischlingerkupplung aufhebt.

 

Der Verschleißanzeiger am Kupplungsmaul gibt Ihnen Aufschluss über den Zustand des Kupplungsmauls.

 

 

 

 

Beleuchtung

  

Die Beleuchtung des Anhängers ist vor jeder Fahrt zu prüfen. Der Fahrer ist für die ordnungsgemäße Funktion der Lichtanlage verantwortlich. 

 

 

Bereifung

 

Durch lange Standzeiten leiden auch die Reifen stark. Die Sonneneinstrahlung lässt die Reifen spröde und rissig werden. Daher sollten die Reifen vor der Saison auf Risse und Beschädigungen überprüft werden. Vor der Winterpause empfiehlt es sich den Luftdruck um 0,5 bis 1,0 Bar zu erhöhen um Standschäden zu vermeiden. Zu Beginn des Frühjahrs sollte der Reifenluftdruck wieder korrigiert werden. Reifen mit zu niedrigem Luftdruck laufen heiß und können platzen - In Verbindung mit defekten Bremsen besteht die Gefahr das die Reifen anfangen  zu Brennen. Die DOT-Nummer gibt Ihnen Aufschluss über das Alter der Reifen.

 

 DOT 699 = Herstellung Juni 1999

DOT 0611 = Herstellung Juni 2011

 

Sollte Ihr Anhänger eine 100km/h Zulassung besitzen, dürfen die Reifen nicht älter als 6 Jahre sein.

 

 

Aufbau

 

Achten Sie am Aufbau des Anhängers auf Beschädigungen. Lassen Sie diese direkt beheben um größere Folgekosten zu vermeiden. Legen Sie hier bitte bei Holzböden ein besonderes Augenmerk. Der Austausch ist sehr kostenintensiv und lohnt sich in der Regel nicht, da Wasser auch bereits in die Seitenwände eingedrungen ist. Ein Teilaustausch eines Holzbodens ist nicht empfehlenswert, da hier die Stabilität nicht mehr gewährleistet ist.

 

 

Werterhaltung

 

Es sollte selbstverständlich sein, bei einem Pferdeanhänger Mist und Urin sofort zu entfernen. Auch Holzspäne und/oder Stroh sollte immer entfernt werden, da diese die Feuchtigkeit speichern - und die kann man in einem Pferdeanhänger nicht gebrauchen.

 

Der ideale Standplatz ist befestigt oder geschottert, damit die Nässe ablaufen und versickern kann. Die Handbremse vor nicht anziehen, da die Bremsbeläge bei einer längeren Standzeit an der Bremstrommel festkleben können. Besser ist es die Bremskeile unterzulegen.

 

Den Anhänger immer durch das Stützrad Schräg abstellen. Dadurch kann die Feuchtigkeit nach hinten ablaufen.

 

Wird der Anhänger gut gepflegt und regelmäßig gewartet, werden Sie sehr lange Freude an Ihrem Anhänger haben.  Ein gepflegter Anhänger erzielt bei einem eventuellen Verkauf auch einen höheren Preis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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